Reptillederwaren: Auf Artenschutzfahne achten!

Artikel aus Reptilleder haben im hochgenrigen Fachhandel immer noch eine Marktbedeutung. Den Schwerpunkt bildeten im Jahr 2015 nach Aufzeichnungen des Internationalen Reptillederverbands (IRV) zwar Uhrenarmbänder mit über 166.000 entsprechenden Artikeln, es wurden aber im letzten Jahr auch 444 Handtaschen, 1.918 Kleinlederwaren und 61 Gürtel aus Leder geschützter Arten an den deutschen Einzelhandel verkauft.

BLE-Tipp: Wer Artikel aus Leder geschützter Arten im Sortiment führt, sollte unbedingt darauf achten, dass die angebotenen Waren eine Artenschutzfahne des IRV tragen. Denn damit lässt sich zweifelsfrei nachweisen, dass die Artikel gemäß Washingtoner Artenschutzabkommen auch verkauft werden dürfen. Die alternativ als Nachweis möglichen sog. CITES-Zertifikate sind im Handling sehr viel komplizierter.

Wie wichtig ein sauberer Nachweis ist, belegt ein aktuelles Urteil des Verwaltungsgerichts Berlin: Die Richter entschieden, dass der Verkauf von Produkten aus Tieren besonders geschützter Arten nur zulässig ist, wenn der Verkäufer den zweifelsfreien und ein konkretes Tier betreffenden Nachweis der Vermarktung führen kann. Im behandelten Fall beschlagnahmte das Bezirksamt Mitte in dem Berliner Kaufhaus Galeries Lafayette sechs hochwertige Handtaschen, einen Gürtel und elf Uhrenarmbänder aus Alligator-, Teju- und Pythonleder im Wert von insgesamt 23.000 Euro. Für diese Produkte lagen nach Auffassung des Bezirksamtes keine ausreichenden artenschutzrechtlichen Nachweise vor. Der Hinweis, dass die hochpreisigen Produkte von weltbekannten Luxusmarken und damit nicht aus zweifelhafter Provenienz stammten, reiche nicht.

Hinweis: Weitere Informationen zum Thema auf der IRV-Website unter www.irv-ra.de.