1.402 Lederwareneinzelhändler in Deutschland

Laut der vor kurzem veröffentlichten Umsatzsteuerstatistik gab es im Jahr 2015 in Deutschland insgesamt 1.402 Unternehmen im Lederwarenfachhandel. Einschließlich Filialen dürften damit rund 2.000 spezialisierte Lederwarengeschäfte am Markt vertreten sein. Sie erzielten einen Nettoumsatz von knapp 1,1 Milliarden Euro (brutto ca. 1,3 Mrd. Euro). Zum Lederwareneinzelhandel zählen laut Umsatzsteuerstatistik alle stationären Unternehmen, die mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes mit diesem Sortiment erzielen. Versender oder Warenhäuser sind hier also nicht erfasst.

Gegenüber 2014 ging die Zahl der Unternehmen im Lederwareneinzelhandel in 2015 um 42 bzw. 2,9 Prozent zurück. Deren Umsätze fielen in diesem Zeitraum leicht um 3,7 Mio. Euro, was ein Minus von 0,3 Prozent gegenüber 2014 bedeutet.

 

Die meisten Lederwareneinzelhändler gab es 2015 mit 313 in Nordrhein-Westfalen. Es folgen Bayern mit 235, Baden-Württemberg mit 207, Hessen mit 113 und Niedersachsen mit 102 Unternehmen. Zweistellig ist die Zahl der Unternehmen in Sachsen (86), Rheinland-Pfalz (73), Berlin (57), Sachsen-Anhalt (42), Thüringen (37), Brandenburg (30), Hamburg (29), Schleswig-Holstein (29) und Mecklenburg-Vorpommern (27). Die wenigsten Lederwarengeschäfte haben das Saarland mit 12 und Bremen mit 10 Unternehmen aufzuweisen.

 

Die Struktur des Lederwarenfachhandels ist vorwiegend mittelständisch strukturiert. Überregional tätige Großunternehmen gibt es kaum. Nur acht Unternehmen und damit 0,6 Prozent aller Lederwarenhändler erzielten 2015 einen Nettoumsatz von mehr als zehn Millionen Euro. Drei Unternehmen mit einem Umsatz von zusammen über 400 Mio. Euro finden sich sogar in den Größenklassen über 25 Millionen Euro. Hierbei dürfte es sich wohl um mindestens zwei der großen internationalen Luxuslederwaren-Filialisten handeln.

 

Überraschend ist die nach wie vor die große Zahl von Klein- und Kleinstunternehmen. 63 Prozent der Unternehmen erreichen nicht einmal 250.000 Euro, 36 Prozent liegen sogar unter 100.000 Euro Nettojahresumsatz. Die Marktbedeutung der Kleinunternehmen bis 250.000 Euro Umsatz ist jedoch gering. In 2015 kamen sie lediglich auf einen Umsatzanteil von 7,8 Prozent.

 

Dagegen ist der Marktanteil der größeren Lederwarengeschäfte weiter gestiegen. So vereinigen die 21 größten Unternehmen (ab 5 Mio. Euro Nettoumsatz) einen Umsatzanteil von fast 52 Prozent (2014: 50 Prozent). Allein die drei größten Lederwarengeschäfte kamen auf einen Marktanteil von 37 Prozent.