Teilwertabschläge: An BLE-Umfrage beteiligen!

In diesen Wochen steht in vielen mittelständischen Lederewarengeschäften die Bewertung des Warenlagers für die steuerliche Ermittlung des Gewinns für 2016 an. Dabei ist die Festlegung der Teilwertabschläge nach wie vor ein zentraler Streitpunkt im Falle von Betriebsprüfungen durch das zuständige Finanzamt. Den BLE erreichen aktuell wieder Anfragen und Meldungen aus dem Handel, dass viele Prüfer sich schwer tun, vorgenommene Abwertungen zu akzeptieren. Mitunter wird sogar der Ansatz von Teilwertabschlägen gänzlich abgelehnt.

Die Abschläge sollten also gut begründet werden. Um steuerlich anerkannt zu werden, müssen Prognosen hinsichtlich der zu erwartenden Preissenkungen und des Umfangs des betroffenen Warenbestands durch betriebliche Unterlagen belegt werden. Dazu müssen Aufzeichnungen über die tatsächlichen Preisherabsetzungen geführt werden. Der Bundesfinanzhof hat in diesem Zusammenhang nach Artikeln und Gängigkeitsgruppen gegliederte Minuslisten akzeptiert, in denen die Preisabschläge festgehalten sind. Die Aufzeichnungen müssen dann erkennen lassen, inwieweit die Reduzierungen auf die am Bilanzstichtag vorhandenen und auf die erst später hinzugekommenen Waren entfallen.


Wichtig: Eine Argumentationshilfe sind in diesem Zusammenhang auch Vergleichswerte aus der Branche. Die Fachverbände BTE, BLE und BDSE haben daher bereits Ende 2015 eine Umfrage über Teilwertabschläge gestartet. Dabei melden die Unternehmen ihre angesetzten Teilwertabschläge ab 2010 - zum Teil auch durchgesetzte Werte ab 2005 – und erhalten im Gegenzug die anonymisierten Einzelwerte der Kollegen sowie die Durchschnitte. Es werden also nicht Bewertungen nach Altersklassen gemeldet, sondern der im jeweiligen Bilanzjahr gemeldete Teilwert.

 

Die Teilnahme ist kostenfrei und jederzeit möglich. Die nächste Auswertung wird im November erstellt, wenn sich eine ausreichende Anzahl von Lederwarenfachhändlern beteiligt. Der Fragebogen „Teilwertabschläge“ steht hier als Download bereit.