Abmahnungen für „Gutachten für Gepäckschäden“

Die Begutachtung von Gepäckschäden gehört zu den branchenüblichen Serviceleistungen von Lederwarenfachgeschäften. Doch aktuell wurden mindestens zwei Unternehmen von der Wettbewerbszentrale München abgemahnt, weil sie diese Dienstleistung auf ihrer Website mit dem Begriff „Gutachten“ bewerben. 

Tatsache ist: Es gibt mehrere Gerichts-Urteile, die eine Verbindung von Gutachten auf der einen Seite und von Verkauf oder Reparatur der Ware auf der anderen Seite als unzulässig einstufen. Selbst vereidigte Sachverständige müssen diesen Bereich werblich und räumlich trennen.  

 

Der BLE hat mit der Wettbewerbszentrale über mögliche Auswege für den Lederwarenfachhandel gesprochen. Danach ist es unproblematisch, Kostenvoranschläge für Reparaturen von beschädigtem Gepäck anzubieten und zu bewerben. Alle Begriffe, die den Begriff des Gutachtens nur umschreiben (z.B. Bewertung), sind allerdings ebenfalls unzulässig.  

 

BLE-Empfehlung: Das Angebot von „Gutachten“ sollte unbedingt von allen Websites und anderen Werbemitteln (z.B. Schaufenster) gelöscht und ggf. durch Begriffe wie „Kostenvoranschlag für Gepäckreparaturen“ ersetzt werden. Zur Sicherheit sollten auch die entsprechenden Formulare umbenannt werden.