BLE-Präsidium: Geschäfts- und Sortimentsstrategie überdenken!

Anfang Mai traf sich das BLE-Präsidium in Offenbach zu seiner turnusmäßigen Sitzung. Dabei wurde konstatiert, dass per Ende April die Umsätze bei der Mehrzahl der Lederwarenhändler aufgelaufen leicht im Minus liegen. Zuwachsraten gab es vor allem bei Schulartikeln, Reisegepäck läuft trotz der Probleme rund um Rimowa meist noch ordentlich. Problematisch waren die Umsätze vor allem bei der Handtasche, obwohl der Gesamtmarkt durch steigende Verkaufszahlen bei branchenfremden Wettbewerbern (Modehandel, Onlinehandel etc.) anscheinend weiter wächst.

Hinsichtlich der Rimowa-Vertragskündigungen empfiehlt das BLE-Präsidium betroffenen Händlern eine grundsätzliche Überprüfung der eigenen Geschäfts- und Sortimentsstrategie. Eine Möglichkeit besteht z.B. in der dosierten Aufnahme neuer (wechselnder) Sortimente, um den Kunden stärker zu überraschen und neue Kaufimpulse zu setzen. Ggf. muss in diesem Zusammenhang der Einkauf wieder stärker in den Fokus gerückt werden. Zudem hat sich gezeigt, dass der Wechsel von bekannten Marken mit niedriger Marge zu unbekannteren Marken mit hoher Marge zwar oft ein Umsatzminus bringt, dafür aber der Gewinn steigen kann.

 

Chancen bestehen zudem anscheinend an wirtschaftlich gesunden und optisch attraktiven kleinen und mittleren Standorten, wo zum Teil ein trading up erfolgreich sein kann. Dagegen scheinen die Einkaufszentren wegen ihrer Gleichförmigkeit eher unter Druck zu geraten. In diesem Zusammenhang sollten auch die Mietbelastungen geprüft und ggf. nachverhandelt werden, weil die bestehenden Mieten oft unzeitgemäß hoch sind. Im Bereich der Mitarbeiter sollte dagegen möglichst nicht gespart werden.