Presseerklärung des BLE zur ILM Summer Styles

Lederwarenmarkt in Bewegung: Der deutsche Lederwarenfachhandel geht mit Hoffnung und gedämpftem Optimismus in die letzten Monate des Jahres 2018. Ursache dafür sind die in diesem Jahr bislang ordentlichen Umsätze der Branche.

„Der BLE schätzt, dass der Fachhandel per Ende Juli den Umsatz von 2017 knapp gehalten hat“, berichtet BLE-Geschäftsführer Axel Augustin. Das Statistische Bundesamt hat für das erste Halbjahr gemäß seiner 5%-Stichprobe ein kleines vorläufiges Umsatzminus in Höhe von 1,4 Prozent errechnet.

 

Allerdings ist die Lage im stationären Lederwarenfachhandel zum Teil sehr unterschiedlich. Gerade Taschen-Spezialisten stehen unter steigendem Konkurrenzdruck, da neben den expansiven Online-Anbietern von Amazon bis Zalando auch der Fashionhandel die Tasche als Sortimentsergänzung in den letzten Jahren ausgebaut hat. Der Gesamtumsatz mit Handtaschen dürfte in diesem Jahr zwar stabil geblieben sein, doch ist die Zahl der Marktteilnehmer wohl weiter gewachsen. Als Folge mussten viele Lederwarengeschäfte Umsatzeinbußen bei Handtaschen hinnehmen.

 

Das Reisegepäck bleibt dagegen weiterhin die Domäne des Lederwarenfachhandels. Dieser Markt hat sich auch in diesem Jahr dank der Reisefreudigkeit der Deutschen gut entwickelt. Dank der boomenden Flug-Kurzreisen verkaufte sich vor allem Bordgepäck sehr gut. Nach wie vor im Trend liegt zudem der Casual-Bereich, in dem vor allem Rucksäcke verstärkt nachgefragt wurden.

 

Auch der Online-Handel dürfte in diesem Jahr wieder im höheren einstelligen Prozentbereich gewachsen sein. Genaue Daten liegen zwar nicht vor. „Der Marktanteil des gesamten Versandhandels am Lederwarenmarkt dürfte nach BLE-Hochrechnungen aber aktuell bei leicht über 20 Prozent liegen“, schätzt Augustin.

 

Für mehrere hundert Lederwarenspezialisten wird die bevorstehende Einkaufsrunde eine besondere Bedeutung haben. Schließlich zwingt die neue Vertriebsstrategie des Kofferherstellers Rimowa etliche Händler zu teilweise deutlichen Änderungen ihres Sortiments. „Viele Lederwarenhändler werden diese ILM daher nutzen, um passende Alternativen zu suchen“, prognostiziert Augustin.

 

Auch für die übrigen Lederwarenhändler sind die zu treffenden Orderentscheidungen für das Weihnachtsgeschäft und das Jahr 2019 nicht einfach. Gesucht werden attraktive Marken, die möglichst noch nicht zu breit distribuiert sind. Der Besuch der Messe ist dafür überaus wichtig und dient überdies dazu, im Kontakt mit Kollegen und Industrie die Situation zu beurteilen.

 

Die Marktdaten: Der BLE schätzt das Marktvolumen von Lederwaren in Deutschland auf rund 2,6 Mrd. EUR (Jahr 2016 zu Endverbraucherpreisen). Das betrifft alle Vertriebswege – vom Fachgeschäft über den Online-Handel bis zu den Lebensmitteldiscountern. Der spezialisierte Lederwarenfachhandel ist dabei nach wie vor der wichtigste Vertriebsweg. Laut der im Frühjahr 2018 veröffentlichten Umsatzsteuerstatistik umfasste er im Jahr 2016 insgesamt 1.342 Unternehmen, die zusammen einen Bruttoumsatz von fast 1,3 Milliarden Euro erzielten.