1.342 Lederwareneinzelhändler in Deutschland

Laut der vor kurzem veröffentlichten Umsatzsteuerstatistik gab es im Jahr 2016 in Deutschland insgesamt 1.342 Unternehmen im Lederwarenfachhandel. Einschließlich Filialen dürften damit rund 2.000 spezialisierte Lederwarengeschäfte am Markt vertreten sein.

Sie erzielten einen Nettoumsatz von fast 1,1 Milliarden Euro (brutto ca. 1,3 Mrd. Euro). Zum Lederwareneinzelhandel zählen laut Umsatzsteuerstatistik alle stationären Unternehmen, die mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes mit diesem Sortiment erzielen. Versender oder Warenhäuser sind hier also nicht erfasst.

 

Gegenüber 2015 ging die Zahl der Unternehmen im Lederwareneinzelhandel in 2016 um 60 bzw. 4,3 Prozent zurück. Deren Umsätze fielen in diesem Zeitraum um 26,8 Mio. Euro, was ein Minus von 2,4 Prozent gegenüber 2015 bedeutet.

 

Die meisten Lederwareneinzelhändler gab es 2016 mit 291 in Nordrhein-Westfalen. Es folgen Bayern mit 233, Baden-Württemberg mit 195, Hessen mit 112 und Niedersachsen mit 101 Unternehmen. Zweistellig ist die Zahl der Unternehmen in Sachsen (82), Rheinland-Pfalz (67), Berlin (57), Sachsen-Anhalt (39), Thüringen (34), Brandenburg (31), Schleswig-Holstein (28), Hamburg (23) und Mecklenburg-Vorpommern (24). Die wenigsten Lederwarengeschäfte haben das Saarland mit 13 und Bremen mit 12 Unternehmen aufzuweisen.

 

Die Struktur des Lederwarenfachhandels ist vorwiegend mittelständisch strukturiert. Überregional tätige Großunternehmen gibt es kaum. Nur sieben Unternehmen und damit 0,5 Prozent aller Lederwarenhändler erzielten 2015 einen Nettoumsatz von mehr als zehn Millionen Euro, zusammen kommen sie auf einem Umsatz von über 450 Mio. Euro. Einige dieser Unternehmen finden sich sogar in den Größenklassen über 100 Millionen Euro. Hierbei dürfte es sich wohl um mindestens zwei der großen internationalen Luxuslederwaren-Filialisten handeln.

 

Überraschend ist die nach wie vor die große Zahl von Klein- und Kleinstunternehmen. 62 Prozent der Unternehmen erreichen nicht einmal 250.000 Euro, 36 Prozent liegen sogar unter 100.000 Euro Nettojahresumsatz. Die Marktbedeutung der Kleinunternehmen bis 250.000 Euro Umsatz ist jedoch gering. In 2016 kamen sie lediglich auf einen Umsatzanteil von 7,7 Prozent.

 

Dagegen ist der Marktanteil der größeren Lederwarengeschäfte weiter gestiegen. So vereinigen die 24 größten Unternehmen (ab 5 Mio. Euro Nettoumsatz) einen Umsatzanteil von über 53 Prozent (2015: 52 Prozent). Allein die sieben größten Lederwarengeschäfte kamen auf einen Marktanteil von 42,5 Prozent.