Presseerklärung des BLE zur ILM Winter Styles

Lederwarenmarkt in Bewegung: Die Lederwarenbranche hat ein überaus bewegtes Jahr 2018 noch halbwegs zufriedenstellend abgeschlossen. Der BLE schätzt, dass der gesamte Einzelhandel mit Lederwaren im Durchschnitt den Vorjahresumsatz knapp halten konnte.

Nach ersten Hochrechnungen wurden im letzten Jahr Taschen, Koffer, Schulranzen und Kleinlederwaren im Wert von rund 2,6 Milliarden Euro an die Kunden abgegeben. Diese Zahl umfasst alle Vertriebswege – vom Fachgeschäft über den Online-Handel bis zu den Lebensmitteldiscountern.

 

Allerdings ist die Entwicklung der einzelnen Vertriebswege unterschiedlich. „Der Lederwarenfachhandel hat das letzte Jahr wahrscheinlich mit einem kleinen Umsatzminus von etwa einem Prozent abgeschlossen“, berichtet BLE-Geschäftsführer Axel Augustin. So hat z.B. das Statistische Bundesamt für die ersten elf Monate des Jahres 2018 ein vorläufiges Umsatzminus in Höhe von 0,5 Prozent errechnet.

 

Dies wird auch von einer aktuellen BLE-Umfrage im Lederwarenhandel bestätigt. Danach hat nur ein Drittel der Teilnehmer seinen Umsatz steigern oder stabil halten können. Zwei Drittel mussten dagegen Einbußen hinnehmen.

 

Hauptproblem im letzten Jahr war der lange Sommer, der die Besucherfrequenzen in den Innenstädten deutlich sinken ließ. Tatsächlich waren die Kundenfrequenzen in 2018 laut der BLE-Umfrage bei zwei Drittel der Händler rückläufig. Hinzu kamen bei etlichen Lederwarengeschäften Turbulenzen aufgrund der veränderten Vertriebsstrategie von Rimowa. Hunderte Fachhändler mussten sich Gedanken machen, wie sie ab Herbst die wegfallenden Umsätze kompensieren.

 

Dagegen ist der Umsatz der Online-Anbieter wohl weiter gestiegen. Genaue Daten speziell zu Lederwaren gibt es zwar nicht, für den gesamten Modebereich werden allerdings Zuwachsraten im mittleren einstelligen Prozentbereich für das vergangene Jahr angenommen. „Als Folge dürfte der Umsatzanteil der Online-Shops in 2018 die 20-Prozent-Marke überschritten haben“, meint Augustin.

 

Dennoch ist der spezialisierte Lederwarenfachhandel nach wie vor der wichtigste Vertriebsweg für Handtaschen, Koffer und Portemonnaies. Laut der letzten veröffentlichten Umsatzsteuerstatistik umfasste er für das Jahr 2016 insgesamt 1.342 Unternehmen, die zusammen einen Bruttoumsatz von fast 1,3 Milliarden Euro erzielten.

 

Ansonsten muss sich der Lederwarenhandel mit den typischen Herausforderungen fast aller innenstädtischen Handelsformate auseinandersetzen. Laut der aktuellen BLE-Umfrage sind dies - neben den rückläufigen Kundenbesuchen - vor allem zu frühe und umfangreiche Preisreduzierungen, die vor allem im wichtigen Weihnachtsgeschäft Umsatz kosten. „Und auch der immer stärkere „Black Friday“ ist Gift für die Rendite“, berichtet Augustin.

 

Immer stärker in den Fokus rückt zudem der Personalbereich. Laut BLE-Umfrage ist die Rekrutierung guter Mitarbeiter und Auszubildende nach den Rabattschlachten das zweitgrößte Problem im Lederwarenfachhandel. Auf Platz drei folgt dann der Punkt „Umsatzverlust bei marktstarken Lieferanten“, der die Einkäufer in dieser Orderrunde besonders fordert.

 

Dieser Problempunkt ist zentraler Antrieb und wichtige Motivation für den Besuch der ILM. Lieferanten, die sich über Jahre gleichermaßen gut verkaufen, gibt es auch in der Lederwarenbranche immer weniger. Die Branche ist geprägt von immer schnelleren Wechseln und Veränderungen in der Kundennachfrage. „Kein Händler kann heute sein Sortiment ohne vorherigen Messebesuch fit für die nächste Saison machen“, meint Augustin.

 

Trotzdem ist der Lederwarenfachhandel für das Jahr 2019 zuversichtlich. Immerhin drei Viertel der befragten Lederwarenhändler erwarten zumindest ein Umsatzpari, ein Achtel hofft in diesem Jahr sogar auf ein leichtes Plus.

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