1.306 Lederwareneinzelhändler in Deutschland

Laut der vor kurzem veröffentlichten Umsatzsteuerstatistik gab es im Jahr 2017 in Deutschland insgesamt 1.306 Unternehmen im Lederwarenfachhandel. Einschließlich Filialen dürften damit rund 2.000 spezialisierte Lederwarengeschäfte am Markt vertreten sein. Sie erzielten einen Nettoumsatz von fast 1,1 Milliarden Euro (brutto ca. 1,3 Mrd. Euro).

Zum Lederwareneinzelhandel zählen laut Umsatzsteuerstatistik alle stationären Unternehmen, die mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes mit diesem Sortiment erzielen. Gezählt wird dann der gesamte Umsatz des Unternehmens, also auch der Randsortimente. Leider wird bei der Umsatzsteuerstatistik kaum geprüft, ob der ursprünglich festgelegte Sortimentsschwerpunkt noch korrekt ist.

 

Die Entwicklung: Gegenüber 2016 ging die Zahl der Unternehmen im Lederwareneinzelhandel um 36 bzw. 2,7 Prozent zurück. Deren Umsätze stiegen in diesem Zeitraum dagegen um 17,2 Mio. Euro, was ein Plus von 1,6 Prozent gegenüber 2016 bedeutet.

 

Die meisten Lederwareneinzelhändler gab es 2017 mit 291 in Nordrhein-Westfalen. Es folgen Bayern mit 229, Baden-Württemberg mit 195 und Niedersachsen mit 100 Unternehmen. Zweistellig ist die Zahl der Unternehmen in Hessen (97), Sachsen (82), Rheinland-Pfalz (58), Berlin (51), Sachsen-Anhalt (39), Thüringen (33), Schleswig-Holstein (31), Brandenburg (30), Hamburg (25) und Mecklenburg-Vorpommern (21). Die wenigsten Lederwarengeschäfte haben das Saarland mit 14 und Bremen mit 10 Unternehmen aufzuweisen.

 

Die Struktur des Lederwarenfachhandels ist vorwiegend mittelständisch strukturiert. Überregional tätige Großunternehmen gibt es kaum. Nur acht Unternehmen und damit 0,6 Prozent aller Lederwarenhändler erzielten 2017 einen Nettoumsatz von mehr als zehn Millionen Euro, zusammen kommen sie auf einem Umsatz von über 510 Mio. Euro. Einige dieser Unternehmen finden sich sogar in den Größenklassen über 100 Millionen Euro. Hierbei dürfte es sich wohl um mindestens zwei der großen internationalen Luxuslederwaren-Filialisten handeln.

 

Überraschend ist die nach wie vor die große Zahl von Klein- und Kleinstunternehmen. 63 Prozent der Unternehmen erreichen nicht einmal 250.000 Euro, 37 Prozent liegen sogar unter 100.000 Euro Nettojahresumsatz. Die Marktbedeutung der Kleinunternehmen bis 250.000 Euro Umsatz ist jedoch gering. In 2017 kamen sie lediglich auf einen Umsatzanteil von 7,5 Prozent.

 

Dagegen ist der Marktanteil der größeren Lederwarengeschäfte weiter gestiegen. So vereinigen die 22 größten Unternehmen (ab 5 Mio. Euro Nettoumsatz) einen Umsatzanteil von fast 56 Prozent (2016: 53 Prozent). Allein die acht größten Lederwarengeschäfte kamen auf einen Marktanteil von 46,9 Prozent.