Ein Drittel weniger Umsatz: Jetzt Mieten neu verhandeln?

Mitte September ist die (verlängerte) Frühjahr/Sommer-Saison endgültig zu Ende gegangen. Damit dürfte für die allermeisten Lederwarengeschäfte klar sein, dass die Umsätze dieser Saison in der Regel deutlich unter dem Vorjahr lagen. Ein Aufholeffekt, den andere Branche nach Ende des Lockdowns verzeichnet haben, gab es im Lederwarenhandel – wie auch bei Bekleidung und Schuhen – nicht. Der BLE geht aktuell davon aus, dass die Lederwarenbranche von Anfang März bis Ende August rund eine Drittel ihres Umsatzes eingebüßt hat.

Auch die Aussichten für den Herbst/Winter-Saison sind - nicht zuletzt vor dem Hintergrund wieder steigender Infektionszahlen - keinesfalls rosig. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit Kurzarbeit und höherer Arbeitslosigkeit sowie einer weiterhin schwachen Nachfrage für Urlaubs- und Geschäftsreisen muss für den Rest des Jahres mit weiteren Einbußen gerechnet werden. Nicht zuletzt aus Sorge vor eine „zweiten Welle“ planen etliche Unternehmen für das Jahr 2020 mit Umsatzrückgängen von 20 bis 30 Prozent.

 

Vor diesem Hintergrund sollte jeder Lederwarenhändler, der sein Geschäft nicht in eigenen Räumen betreibt, (erneut) das Gespräch mit seinem Vermieter suchen. Viele Eigentümer der Immobilien waren bereits einsichtig und haben frühzeitig die Mieten merklich abgesenkt. Aber es gibt nach BLE-Erkenntnissen immer noch viele Vermieter, die kein Entgegenkommen zeigen.

 

Die aktuell vorliegenden Umsatzzahlen sind nun ein sinnvoller Anlass, das Thema speziell mit den unwilligen Vermietern erneut anzugehen. Diesen muss klar gemacht werden, dass die oft gewährte Mietstundung keinesfalls ausreicht, da die im Lockdown verlorenen Umsätze nicht aufgeholt werden konnten. Vielmehr muss es mindestens für 2020 zu einer deutlichen Reduzierung der Miete kommen. Auch eine drohende Insolvenzgefahr sollte in diesem Zusammenhang unbedingt angesprochen werden, da ausbleibendes Entgegenkommen des Vermieters ein hohes Leerstands-Risiko nach sich ziehen könnte.

 

BLE-Tipp: Ggf. sollte eine Umsatz-abhängige Miete vereinbart werden, um künftige Unsicherheiten abfedern zu können.