Presseerklärung des Bundesverbands des Deutschen Lederwaren-Einzelhandels (BLE) zur I.L.M Winter Styles

Der Markt für Lederwaren in Deutschland ist auch im Jahr 2017 weiter gewachsen. Der BLE schätzt, dass im letzten Jahr Taschen, Koffer, Schulranzen und Kleinlederwaren im Wert von über 2,6 Milliarden Euro an die Kunden abgegeben wurden. Diese Zahl umfasst alle Vertriebswege – vom Fachgeschäft über den Online-Handel bis zu den Lebensmitteldiscountern.

Allerdings ist die Entwicklung der einzelnen Vertriebswege unterschiedlich. „Der Lederwarenfachhandel hat das letzte Jahr wahrscheinlich mit einem kleinen Umsatzminus von etwa einem Prozent abgeschlossen“, berichtet BLE-Geschäftsführer Axel Augustin. Das vom Statistischen Bundesamt für das Jahr 2017 gemäß seiner 8%-Stichprobe errechnete vorläufige Umsatzplus in Höhe von 1,3 Prozent bewertet der BLE als etwas zu positiv.

 

Dagegen ist der Umsatz der Online-Anbieter wohl weiter gestiegen. Genaue Daten speziell zu Lederwaren gibt es zwar nicht, für den gesamten Modebereich werden allerdings Zuwachsraten von rund acht Prozent für das vergangene Jahr angenommen. „Als Folge dürfte der Umsatzanteil der Online-Shops mittlerweile die 20-Prozent-Marke überschritten haben“, meint Augustin.

 

Weiter gewachsen ist wohl auch der Umsatz mit Lederwaren im Modehandel. Dieser Trend hält schon seit Jahren an und hat sich zuletzt eher noch verstärkt. Es gibt kaum noch größere Modehäuser, die keine Taschen oder Rucksäcke anbieten. Und selbst Reisegepäck findet man dort immer öfter.

 

Dennoch ist der spezialisierte Lederwarenfachhandel nach wie vor der wichtigste Vertriebsweg für Handtaschen, Koffer und Portemonnaies. Laut der gerade veröffentlichten Umsatzsteuerstatistik umfasste er für das Jahr 2016 insgesamt 1.342 Unternehmen, die zusammen einen Bruttoumsatz von fast 1,3 Milliarden Euro erzielten.

 

Allerdings schrumpft die Zahl der Lederwarenfachgeschäfte kontinuierlich weiter. Gegenüber 2015 haben 60 Unternehmen den Markt verlassen (müssen). 2010 gab es sogar noch 1.673 Unternehmen in der Lederwarenbranche. „Diese Entwicklung ist jedoch kein

solitäres Phänomen des Lederwarenhandels, sondern in allen Handelsbranchen zu beobachten“, weiß BLE-Geschäftsführer Augustin.

 

Ansonsten muss sich der Lederwarenhandel mit den typischen Herausforderungen fast aller innenstädtischen Handelsformate auseinander setzen. Laut einer aktuellen Umfrage sind dies vor allem Frequenzrückgänge sowie die wachsende Konkurrenz

durch (preisaggressive) Online-Formate und Shops der eigenen Lieferanten. Besonders ärgerlich sind für die Branche allerdings zu frühe und umfangreiche Preisreduzierungen, die vor allem im wichtigen Weihnachtsgeschäft Umsatz kosten. „Und auch der immer stärkere „Black Friday“ ist Gift für die Rendite“, berichtet Augustin.

 

Trotzdem ist der Lederwarenfachhandel für das Jahr 2018 zuversichtlich. Der Start ins Jahr ist bislang ordentlich verlaufen und wird vor allem durch gute Umsätze mit Schulartikeln und Reisegepäck gestützt. Die Bereiche Business, Kleinleder und Freizeit sind in etwa auf Vorjahresniveau. Sorgen bereitet dagegen der Handtaschenbereich, wo der Wettbewerb extrem intensiv ist.

 

Köln, den 26. Februar 2018

Weitere Informationen beim:

 

BLE Handelsverband Lederwaren

Axel Augustin

An Lyskirchen 14

50676 Köln

 

Tel.: 0221/921509-32

Fax: 0221/921509–10

 

E-Mail: info@lederwareneinzelhandel.de

Internet: www.lederwareneinzelhandel.de

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