spediteurbedingungen

Unter Mitwirkung des Handelsverband Deutschland HDE haben sich Verbände der verladenden Wirtschaft sowie der Spediteure und Frachtführer mit der Novellierung der Allgemeinen Deutschen Spediteurbedingungen (ADSp) Ende 2016 wieder auf ein einheitliches Regelwerk geeinigt. Die ADSp 2017 werden von den beteiligten Verbänden seit dem 1. Januar 2017 unverbindlich zur Anwendung empfohlen. Wie bisher gilt aber, dass individuelle Vereinbarungen, Abweichungen und Ergänzungen jederzeit möglich sind.

 

Die ADSp tangieren den Lederwarenfachhandel für den Fall, dass er die Transportkosten und das Risiko beim Warenbezug trägt, vor allem in Bezug auf die Themen Spediteurshaftung und Transportversicherung. Denn erfahrungsgemäß wird über die ADSp häufig nur und erst nachgedacht, wenn es zu Schäden an der beförderten Ware kam. Die Haftung des Spediteurs für Güterschäden in seiner Obhut ist mit Ausnahme von Schäden aus Seebeförderungen und verfügten Lagerungen in den ADSp 2017 wie auch bereits in den ADSp 2016 mit 8,33 Sonderziehungsrechten pro Kilogramm begrenzt. Dies entspricht ca. 10 EUR / kg.

 

In den ADSp 2017 wird dem Spediteur nahegelegt, für die zu transportierende Ware auf Kosten des Auftraggebers eine Versicherung abzuschließen, wenn dieser den Abschluss der Versicherung nicht ausdrücklich untersagt hat. Der Spediteur hat die Versicherung des Gutes abzuschließen, wenn dies im Interesse des Auftraggebers liegt. Insbesondere darf der Spediteur dies vermuten, wenn er bei einem früheren Verkehrsvertrag im Rahmen noch laufender Geschäftsbeziehung eine Versicherung besorgt hat oder der Auftraggeber im Auftrag einen „Warenwert für eine Versicherung des Gutes“ angegeben hat.

 

BLE-Tipp: Lederwarenhändler sollten im eigenen Interesse die Versicherungsfrage ihrer Ware auf dem Transportweg eindeutig klären. Das heißt: Gibt es bei Warenbezug auf eigenes Risiko eine eigene Transport- oder All-risk-Versicherung, die eventuelle Schäden abdeckt, dann sollte man sich bei den Spediteuren unbedingt als Versicherungs-Verbotskunde deklarieren lassen, um nicht doppelt versichert zu sein. Ansonsten sollte man bei Auftragserteilung die Versicherungsfrage klären, da im Schadensfall bei fehlender Versicherung noch nicht abzusehen ist, wie die Gerichte entscheiden werden.

 

Dabei ist – abhängig vom Warenwert und der eigenen Befindlichkeit – abzuwägen, ob sich eine Versicherung wirklich lohnt. Zu berücksichtigen sind die Wahrscheinlichkeit von Transportschäden und auch die Verlustquote. Verluste sind meist eindeutig dem Spediteur zuzuschreiben, so dass dann wieder die Haftung von bis zu ca. 10 EUR pro Kilogramm greift. Bei Paketdiensten sind die Pakete in jedem Fall bis zu 520 EUR versichert; eine Höherversicherung ist auf Wunsch möglich.